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Roman Kim und sein “Air”

Für eine Freundin war ich auf der Suche nach Hochzeitsmusik und bin über Johann Sebastian Bachs “Air” (übrigens ein absolut traumhaftes Werk!) auf ein Video von Roman Kim gestoßen. Vielleicht habt ihr von ihm schon einmal gehört oder gelesen, ich war jedenfalls beeindruckt wie er dieses bekannte Stück alleine 4-stimmig auf seiner Geige spielt.

Wie macht er das? Ich habe da eine Vermutung. Er spielt zwei Stimmen gestrichen mit dem Bogen und zuft die beiden weiteren Stimmen mit der linken Hand. In kurzen Sequenzen kann man seine linke Hand im Video sehen, wer selber Geige spielt oder die Hand bei Anderen mal beobachtet hat weiß, dass normale Handhaltung anders aussieht, aber 4-stimmig ist jenseits von Normal. Es zeigt, dass hier ganz andere Fingerfertigkeiten notwendig sind.
Stellt es euch so vor: Eine Geige hat vier Saiten, auf jeder Saite müsste demnach eine Stimme gespielt werden. Da bei Streichinstumenten durch den Griff nur vier Finger zu Greifen der Töne verfügbar sind, geht die Rechnung so nicht auf. Er muss also mindestens zwei Töne gleichzeitig mit einem Finger greifen um den vierten Finger zum Zupfen frei zu haben.
Noch ein kleiner Hinweis: Um das Stück so spielbar zu machen, hat er seine E-Saite (die Höchste) nach C umgestimmt. Ach jee, spätestens ab da wird es kompliziert.

Inzwischen kann man die Noten seiner Bearbeitung kaufen, mich juckt es da schon in den Fingern. Mich würde interessieren, wie er das genau macht. Spielbar wird es für den Durchschnitts-Hobbygeiger vermutlich nicht sein, aber wäre es den Spaß nicht wert?
Ja, in solchen Momenten wünsche ich mir, ich hätte damals nicht aufgehört Geige zu spielen.

Wer ist nun dieser junge Mann (er ist erschreckend jung), der über YouTube so bekannt wurde? Kurze Recherchen meinerseits zeigten einen jungen, in Kachastan geborenen Mann, mit teils eigenartigen Überzeugungen. In einigen seiner Videos hat er eine Brille auf, klobig und seltsam aussehend. Er hat nach meinem Kenntnisstand keine Sehschwäche, zumindest keine so starke, er hat dieser Form Brille sogar einen Namen gegeben.
Er ist überzeugt davon, dass die Zeit für ihn dann langsamer vergeht und er schneller spielen kann. Dass er schnell spielt, beweisen seine Videos. Er wird nicht umsonst mit dem Teufelsgeiger Paganini verglichen.
Zur Zeit studiert er Musik und möchte mit seiner eigenen Musik bekannt werden, anstatt nur die Werke anderer Komponisten zu spielen.

Der Grundstein ist gelegt, sein “Air” ist mitverantwortlich für seine Bekanntheit.

Aber ich möchte euch nicht lange zutexten, Musik kann man nicht beschreiben, man muss sie hören. Also los!

Sollte das Video mal nicht mehr da sein, gebt mir bitte Bescheid damit ich es aus dem Beitrag entferne. Danke!

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